•  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schall.HOCH.bau / NÖ

Entwicklung eines Rechenmodells zur Prognose des Schallschutzes von ein- und mehrschaligen Außenwandkonstruktionen

Genauere Prognose des Schallschutzes von WDVS und VHF nun möglich!
Berechnungsmodelle, die auf den Erkenntnissen des Cluster-Projektes Schall.HOCH.bau aufbauen, stehen nun der Branche zur Verfügung.

Für Außenwandkonstruktionen mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) und vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) gab es bis dato für die Bemessung des Schallschutzes methodisch und bedingt durch zu wenig allgemein zugängliche Daten nur grobe Abschätzungsmöglichkeiten (ÖNORM B 8115-4, ÖNORM EN ISO 12354-1).

Im Branchenprojekt Schall.HOCH.bau beschäftigte sich ein Konsortium rund um den Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich mit der Entwicklung eines geeigneten Vorhersagemodells zur genaueren Prognose des Schallschutzes von ein- und mehrschaligen Außenwandkonstruktionen.

Mit den Projekterkenntnissen ist nun eine wesentlich flexiblere und deutlich genauere Bemessung des Schallschutzes von Außenwänden aus Ziegelmauerwerk bzw. Beton mit WDVS und VHF möglich. Daraus resultiert ein ressourcenschonenderer Materialeinsatz. Gemeinsam mit einer zeitgemäßen Datengrundlage liefern die Projektergebnisse nun die Voraussetzungen für allgemein anwendbare Planungswerkzeuge. Eine Einbindung in bestehende Bauphysik-Softwareprodukte ist nun ein weiterer möglicher Schritt.

Factsheet zu Projekt Schall.HOCH.bau - FFG Projektdatenbank: Schall.HOCH.bau
Zusammenfassung zum Projekt - Branchenprojekt Schall.HOCH.bau
Ein öffentlicher Endbericht wird derzeit erstellt.

Prognosemodelle
Basis der Prognosemodelle sind statistische Modelle zur Vorhersage des Schalldämmverbesserungsmaßes von Fassadenkonstruktionen, aus einer validierten Messdatenreihe in Schall.HOCH.bau entwickelt. Systematisch wurden dafür WDVS und VHF auf Außenwänden aus Beton bzw. Ziegelmauerwerk untersucht. Die Prognosemodelle bilden die im Projekt gewonnenen Mess-Informationen ab. Dabei wurde ein empirisches Modell entwickelt und mit Erkenntnissen aus im Projekt generierten physikalischen Modellansätzen in seinem Genauigkeitsgrad optimiert.
Die Erkenntnisse aus den entwickelten Modellen mit der gesamten im Projekt generierten und validierten Datenbasis wurde in je ein Berechnungsmodell für WDVS und vorgehängte hinterlüftete Fassaden auf MS Excel-Basis zusammengefasst. Sie liegen nun als xls-Dateien öffentlich zugänglich in einer Beta-Version (innerhalb des Konsortiums überprüft) vor.

Download Prognosemodelle WDVS und VHF:
20201110_Prognosemodell_WDVS_Version1 (xlsm, 96 KB) entnehmen Sie unter Eco-Plus-Downloadbereich auf der Seite unten
20201110_Prognosemodell_VHF_Version1 (xlsm, 83 KB) entnehmen Sie unter Eco-Plus-Downloadbereich auf der Seite unten

Vereinfachtes empirisches Berechnungsmodell
Ergänzend konnte im Projekt eine vereinfachte Variante des Prognosemodells für WDVS erstellt werden. Dieser wurde als Vorschlag in den Entwurf der sich aktuell in Überarbeitung befindenden ÖNORM B 8115-4 „Schallschutz und Raumakustik im Hochbau - Teil 4: Maßnahmen zur Erfüllung der schalltechnischen Anforderungen“ eingebracht und angenommen. Das neue vereinfachte Modell lässt eine wesentlich genauere Prognose des Schallschutzes zu als das bisherige Verfahren.
Die Veröffentlichung des vereinfachten Modells erfolgt mit der Veröffentlichung der Überarbeitung der ÖNORM B 8115-4 im Herbst 2023.

ÖFHF-Merkblatt "Schallschutz durch vorgehängte hinterlüftete Fassaden"
Auf Basis der Ergebnisse aus dem Projekt erarbeitete der Österreichische Fachverband für hinterlüftete Fassaden das Merkblatt "Schallschutz durch vorgehängte hinterlüftete Fassaden".

Innovationsgehalt
Gemeinsam mit 16 Unternehmens- und 2 Wissenschaftspartnern wurde im Projekt Schall.HOCH.bau ein Prognosemodell entwickelt, mit dem (im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen) die Schalldämmung des geplanten Außenwandaufbaus frequenzabhängig anhand der Produkteigenschaften der Roh-Wand, der jeweiligen Fassadenausführung – WDVS oder Vorhangfassade – inklusive eingebauter Fenster und Türen unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaftsstreuungen optimiert prognostizierbar ist.

Projektziele, -inhalte und Nutzen 
Planern und Ausführenden die Möglichkeit zu bieten, die akustischen Auswirkungen von ein- und mehrschaligen Wandaufbauten aus Beton oder Ziegelmauerwerk mit verschiedenen Fassaden-Ausführungen beurteilbar zu machen und damit die akustische Qualität zu erhöhen und Baukosten zu senken.
Erhöhen der Prognosegenauigkeit mit Fokus auf den tiefen Frequenzbereich (um Überdimensionierungen zu vermeiden).

Zielgruppe
Hersteller von (massiven) Wandbildnern, Fassaden, Dämmstoffen
Bauphysiker
Planende und Ausführende

wissenschaftliche Partner
TGM Versuchsanstalt Akustik & Baupyhsik
TU Wien, Institut für Werkstofftechnologie, Bauphysik und Bauökologie, Forschungsbereich Bauphysik
ecoplus GmbH - Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich

Projektlaufzeit: 11/2017 – 09/2020

Förderung - FFG Basisprogramm – Collective Research

Das Projekt wurde von 16 Unternehmen / Organisationen aus der Bau- und Dämmstoffbranche unterstützt. Der Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich initiierte dieses Projekt gemeinsam mit den projektbeteiligten Unternehmen und Organisationen.

;