SIMPLIFY – Einfacher und ressourceneffizienter bauen

Innovative Bauweisen ermöglichen – auch außerhalb bestehender Standards

Ressourcenschonendes und kreislauffähiges Bauen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In der Praxis stoßen innovative Lösungen jedoch häufig an Grenzen: bestehende Normen und Standards, aufwendige Genehmigungsverfahren, Haftungsfragen und administrative Vorgaben erschweren ihre Umsetzung.

Genau hier setzt das Interreg-Alpine-Space-Projekt SIMPLIFY – Building Outside Standards an. Ziel ist es, innovative und ressourceneffiziente Bauweisen einfacher in die Praxis zu bringen – ohne neue Standards zu schaffen, sondern indem bestehende rechtliche und administrative Spielräume besser genutzt und erfolgreiche Lösungen übertragbar gemacht werden.

Ausgangspunkt sind bereits realisierte oder laufende Vorreiterprojekte sowie Ansätze wie der deutsche „Gebäudetyp E“ oder der „Hamburg Standard“. SIMPLIFY untersucht, unter welchen technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen solche Ansätze funktionieren und wie sie auf andere Regionen im Alpenraum übertragen werden können.

Image Simplify

Von erfolgreichen Einzelprojekten zu übertragbaren Lösungen

Viele innovative Bauprojekte zeigen bereits heute, dass einfacheres und ressourcenschonenderes Bauen möglich ist. Was häufig fehlt, sind jedoch klar dokumentierte und rechtssichere Wege für die breitere Anwendung.

SIMPLIFY analysiert deshalb konkrete Bauprojekte hinsichtlich ihrer technischen Lösungen, Genehmigungswege, Kosten, CO₂-Emissionen und Kreislauffähigkeit. Daraus werden praxistaugliche „Copy-Paste Solutions“ entwickelt: erprobte Lösungsansätze, die Planenden, Bauunternehmen, Bauherrschaften und Behörden als Orientierung für weitere Projekte dienen können.

Dabei wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet – von Neubau und Sanierung bis zur Wiederverwendung und zum Recycling von Materialien.

Das Projekt konzentriert sich auf drei zentrale Bereiche:

1. Wissen bündeln und zugänglich machen
Eine transnationale Circular Construction Knowledge Map sammelt bestehende Projekte, innovative Lösungsansätze und Erfahrungen aus dem Alpenraum. Ergänzt wird sie durch ein Expert:innen-Netzwerk, das den Austausch zwischen Praxis, Forschung und öffentlicher Verwaltung unterstützt.

2. „Copy-Paste Solutions“ für die Praxis entwickeln
Erfolgreiche Ansätze werden technisch, wirtschaftlich und regulatorisch analysiert und miteinander verglichen. Daraus entsteht eine SIMPLIFY Toolbox mit validierten Lösungen und Schritt-für-Schritt-Hilfen für deren Anwendung. Ziel ist es, aus einzelnen Pilotprojekten skalierbare und wirtschaftlich umsetzbare Lösungen zu entwickeln.

3. Rechtliche und administrative Hürden abbauen
Gemeinsam mit Behörden, Rechtsexpert:innen und weiteren Stakeholdern untersucht SIMPLIFY, wie Genehmigungsprozesse und rechtliche Rahmenbedingungen angepasst bzw. bestehende Spielräume besser genutzt werden können. Dazu werden modulare rechtliche und verfahrenstechnische Bausteine entwickelt, die als Vorlagen für zukünftige Regelungen und Verfahren dienen können.

ZAB-Beitrag im Projekt

Die ZAB Zukunftsagentur Bau ist Lead Partner von SIMPLIFY und übernimmt die Gesamtkoordination des internationalen Projektkonsortiums.

Darüber hinaus leitet die ZAB den Aufbau der Circular Construction Knowledge Map und des transnationalen Expert:innen-Netzwerks. Sie koordiniert außerdem das internationale Advisory Board und sorgt gemeinsam mit den Projektpartnern dafür, dass Unternehmen, Planende, öffentliche Auftraggeber, Behörden und weitere Entscheidungsträger frühzeitig in die Projektentwicklung eingebunden werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Übertragung der Projektergebnisse auf den österreichischen Bau- und Rechtsrahmen. Die ZAB bringt dabei ihre Nähe zu heimischen Baubetrieben sowie ihre Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Forschung, Baupraxis und regulatorischen Rahmenbedingungen ein.

Was bringt SIMPLIFY der Bauwirtschaft?

SIMPLIFY soll dazu beitragen, dass innovative und ressourceneffiziente Lösungen nicht auf einzelne Vorzeigeprojekte beschränkt bleiben, sondern einfacher in weiteren Bauprojekten eingesetzt werden können.

Für Bauunternehmen, Planende und Bauherrschaften bedeutet das vor allem: bessere Orientierung bei Lösungen außerhalb etablierter Standards, nachvollziehbare Informationen zu Kosten und CO₂-Auswirkungen sowie mehr Sicherheit bei Planung und Genehmigung. Öffentliche Auftraggeber und Behörden erhalten zugleich erprobte Ansätze, um ressourceneffiziente Lösungen in Genehmigungs-, Beschaffungs- und Regelungsprozessen zu berücksichtigen.

Langfristig sollen die entwickelten Lösungen dazu beitragen, Bürokratie zu reduzieren, Planungssicherheit zu erhöhen und kreislauffähiges Bauen im Alpenraum schneller in die breite Anwendung zu bringen.

Das Gesamtprojekt SIMPLIFY

SIMPLIFY – Building Outside Standards – Enabling Innovative Resource-Efficient Circular Construction in the Alps ist ein transnationales Projekt im Rahmen des Programms Interreg Alpine Space.

Das Projekt wurde im Umfeld der österreichisch-liechtensteinischen EUSALP-Präsidentschaft 2025 initiiert. Der gemeinsame Ansatz ist besonders wichtig, weil die Länder des Alpenraums vor ähnlichen Herausforderungen stehen, ihre Normen, Genehmigungsprozesse und rechtlichen Rahmenbedingungen jedoch unterschiedlich sind. Dadurch können erfolgreiche Lösungen länderübergreifend verglichen, angepasst und für andere Regionen nutzbar gemacht werden.

Projektpartner

Lead Partner: ZAB Zukunftsagentur Bau, Österreich

Weitere Projektpartner kommen aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Frankreich und der Schweiz. Zum Konsortium gehören unter anderem die Universität Innsbruck, Bayern Innovativ, Buildsystems, Technology Park Ljubljana, Habitech, Innovation Salzburg, Eurac Research, CIRIDD, iiSBE Italia R&D, die University of Nova Gorica und die Lucerne University.

Projektdauer/Förderung

Projektlaufzeit: 36 Monate

Gesamtprojektvolumen: 2.319.279,60 €
EU-/EFRE-Förderung: 1.694.467,20 €
Auf die ZAB entfällt ein Projektvolumen von 343.550,00 €, davon werden 257.662,50 € aus EFRE-Mitteln finanziert.

Förderung

Förderprogramm: Interreg Alpine Space 2021–2027
Priorität: Carbon neutral and resource sensitive Alpine region
Spezifisches Ziel SO 2.2: Förderung des Übergangs zu einer kreislauforientierten und ressourceneffizienten Wirtschaft
Projektcode: ASP0700559

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