ReConstruct4CE: Kreislaufwirtschaft am Bau, die sich in der Praxis rechnet

Worum geht es?

Der Bau gehört zu den rohstoff- und energieintensivsten Branchen Europas. Gleichzeitig wächst der Druck: Öffentliche Auftraggeber setzen verstärkt auf kreislauffähiges und CO₂-armes Bauen, und die Anforderungen werden strenger.

Kreislaufwirtschaft am Bau heißt einfach gesagt: Materialien und Bauteile so lange wie möglich im Einsatz halten. Sie werden wiederverwendet, aufgearbeitet, repariert oder hochwertig recycelt, statt entsorgt zu werden. Das gilt für Neubau, Sanierung und Rückbau.

Es gibt dazu bereits viele gute Werkzeuge, Datenbanken und Schulungen, aber sie sind verstreut, oft nur für einzelne Regionen verfügbar und für Betriebe schwer zu überblicken. ReConstruct führt die Ergebnisse von sieben früheren europäischen Projekten zusammen und macht sie für kleine und mittlere Baubetriebe leicht zugänglich. Beteiligt sind Partner aus Österreich, Italien, Polen, Slowenien und der Slowakei.

Foto von Josh Olalde auf Unsplash
Foto von Josh Olalde auf Unsplash

Was bringt das Ihrem Betrieb?

  • Neue Geschäftsfelder: Rückbau, Wiederverwendung, Aufarbeitung und Sanierung werden stärker nachgefragt. Wer das anbieten kann, hat einen Vorsprung.
  • Sicherheit bei Ausschreibungen: Sie erfahren, worauf es bei kreislauffähigen und „grünen” Ausschreibungen ankommt, und können Ihr Angebot gezielt ausrichten.
  • Kosten sparen: Wiederverwendbare und recycelbare Materialien senken Beschaffungs- und Entsorgungskosten.
  • Schneller zur passenden Lösung: Statt langer Recherche finden Sie Produkte, Verfahren und Anbieter an einer zentralen Stelle.
  • Lernen von der Praxis: Sie sehen, wie andere Betriebe kreislauffähige Projekte umgesetzt haben, mit Chancen, Hürden und Lösungen.
  • Netzwerk und Sichtbarkeit: Sie treffen Fachleute aus Österreich und Europa und können sich als innovativer Betrieb positionieren.

Was entsteht im Projekt?

1. Digitaler Wissensspeicher („Hub-of-Hubs”)
Eine gemeinsame Online-Plattform, die bestehende Werkzeuge bündelt: Datenbanken für Sekundärmaterialien, CO₂-Rechner, Checklisten für nachhaltige Beschaffung und Beispiele aus der Praxis. Kurze Erklärvideos zeigen, wie die Plattform funktioniert.

2. Erweiterte Innovationslandkarte Kreislaufwirtschaft
Ein Verzeichnis realisierter Projekte und Lösungen, ergänzt um neue Beispiele aus Österreich und Mitteleuropa. Sie sehen auf einen Blick, was bereits funktioniert und wer dahintersteht.

3. Katalog kreislauffähiger Materiallösungen
Eine Übersicht mit den wichtigsten Eigenschaften, Umweltdaten und Praxisbeispielen. Die Lösungen werden in Webinaren vorgestellt und mit Fachleuten diskutiert.

4. Training und Austausch
Praxisnahe Weiterbildung zu nachhaltiger Beschaffung, digitalem Bauen und CO₂-armer Sanierung, mit Workshops, Betriebsbesuchen und Erfahrungsaustausch zwischen Betrieben („Peer-to-Peer”). In Industry Labs testen Betriebe gemeinsam mit Forschung und Verwaltung die Werkzeuge an echten Projekten.

5. Praxisbeispiele im Kurzvideo
Beteiligte aus realisierten Projekten berichten kompakt, was sie getan haben und was sie dabei gelernt haben.

6. Gemeinsame Strategie für kreislauffähiges Bauen
Ein europäisches Strategiepapier, das Erfahrungen bündelt und Impulse für Politik und Förderprogramme gibt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Betrieb soll ein Gebäude sanieren. Statt Bauteile zu entsorgen, zeigen die Plattform und die Innovationslandkarte, welche Materialien sich aufarbeiten oder wiederverwenden lassen und wer dabei unterstützen kann. Sogenannte „Circular Renovation Sheets” fassen die wichtigsten Punkte kompakt zusammen. Ergebnis: weniger Abfall, geringere Kosten und ein Referenzprojekt für den Betrieb.

Förderung und Projektpartner

ReConstruct wird mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Central Europe umgesetzt. 

Partner: Slowenisches Nationales Bau- und Ingenieurinstitut (ZAG, Projektleitung), Eurac Research (Italien), Krakow Technology Park (Polen), IT-Cluster der polnischen Bauwirtschaft, Slowakische Innovations- und Energieagentur (SIEA) und die Zukunftsagentur Bau (Österreich).

Das Projekt im Überblick

  • Laufzeit: 24 Monate
  • Länder: Österreich, Italien, Polen, Slowenien, Slowakei
  • Zielgruppe: Baubetriebe (KMU), Planer, Bauherren, öffentliche Auftraggeber
  • Ihr Nutzen: Praxiswissen, Weiterbildung, digitale Werkzeuge, Netzwerk