Digitaler Reifegrad mittelständischer Baubetriebe

Klein/- und Mittelständische BAU Betriebe stehen aktuell vor einer großen Herausforderung: Der Digitalisierung.

Aktuell verwenden unsere Baubetriebe bereits zahlreiche EDV-Programme, Softwareanwendungen, APPs, udgl., sowie die verschiedensten digitalen Werkzeuge. Gleichzeitig streben immer mehr neue digitale Applikationen auf den Markt, bzw. in die Bauwirtschaft. Viele davon sind Insellösungen bzw. sind nicht im Sinne einer Einheit vernetzt bzw. werden von den Nutzern/Baubetrieben nur zu einem kleinen Teil genützt.
Weiteres werden analoge Prozesse durch mehrere Firmen gleichzeitig, aber nicht vernetzt digitalisiert. Dadurch entstehen qualitativ unterschiedliche Ergebnisse bzw. werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wertvolle Ressourcen verschwendet.

Workshop Digitaler Reifegrad

WIE DIGITAL IST DIE BAUBRANCHE?

Grundlagenstudie digitaler Reifegrad in der Baubranche:

1. Ausgangssituation
In den Betrieben gibt es viele EDV-Programme und Softwarelösungen, die sich nicht nahtlos in ihre Systeme eingliedern oder komplette Insellösungen sind. Weiters wird auch der Funktionsumfang der Programme nicht ausgeschöpft oder ist teilweise überhaupt nicht bekannt.

2. Projektziel
Im Zuge dieses Projektes soll mit ausgewählten Betrieben der aktuelle Stand in der digitalen Veränderung erhoben werden und um die daraus abgeleiteten Chancen bzw. Herausforderungen als Basis für zielgerichtete Unterstützungsprojekte heranziehen zu können.

3. Ablauf
Nach den Kick-Off-Meetings gemeinsam mit den Landesinnungen wurden die Führungskräfte der teilnehmenden Betriebe über die Vorgehensweise und die notwendigen Projektschritte informiert. Danach wurden mittels der Online-Erhebung DIGICHECK die Daten der Betriebe erhoben und in gemeinsamen Workshops in den Bundesländern analysiert.

4. Datenerhebung
Es wurde bei den 37 teilnehmenden Betrieben mit insgesamt 420 Personen eine IST-Aufnahme des Digitalen Reifegrads mit folgenden 4 Themenschwerpunkte durchgeführt:
• Systeme
• Prozesse
• Daten
• Kompetenzen

5. Beschreibung der IST-Zustände
Übersicht über die Daten aus den Umfragen in folgende Kategorien:
Zufriedenheit der Mitarbeitenden in der Digitalisierung // Trend Abfrage
Datenmanagement // Datensicherheit // Kostenmanagement
Systemlandschaft // Schulung der Mitarbeiter // Dokumentenlandschaft
Digitalisierung, BIM, Produktivität // DIGIPULS

6. Problemfelder
Im Rahmen der Workshops wurden die Führungskräfte der teilnehmenden Betriebe aufgefordert, die Problemfelder in der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zu beschreiben.
Den Baubetrieben ist noch nicht klar, in welche Richtung sich die Digitalisierung in der Baubranche entwickelt. Einig ist man sich darüber, dass die Kultur und die Arbeitsweise oft Hinderungsfaktoren darstellen.
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Digitalisierung immer mit einer Strategie beginnen muss, denn darin wird bestimmt, wo sich das Unternehmen hin entwickeln soll.

7. Beschreibung des Reifegrads

Beschreibung des Reifegrads

8. Projektergebnisse
Auf Basis der Umfrage und Workshopergebnisse sind die am Projekt teilnehmenden Betriebe aktuell in den Kategorien des Digital Beginners, sowie bis ins erste Drittel des Digital Followers einzustufen. Zu beachten ist, dass diese Einstufung nur Aufschluss darüber gibt, wo die Baubranche als Gesamtes tendenziell zu verorten ist. Selbstverständlich gibt es Unternehmen, die die digitale Transformation bereits in einzelnen oder mehreren Bereichen sehr erfolgreich umsetzen.

Reifegradmodell

Grafiken: Der Digitale Reifegrad der österr. Bauwirtschaft, © Definition & Darstellung Ing. Robert Plomberger MAS, Kompetenzzentrum Future Digital

9. Handlungsempfehlungen zur Steigerung des digitalen Reifegrades von Baubetrieben
• Entwicklung einer langfristigen (Digitalisierungs-) Strategie für den Betrieb unter Einbindung der Mitarbeitenden
• Digitalisierungsvorhaben immer als Projekt betrachten und entsprechend abwickeln
• Digitalisierung muss immer Chefsache sein und Top down erfolgen
• Aufbau von Digitalisierungs-Know-how durch die Entwicklung eines eigenen Digitalisierungsexperten, auch um Trends und Innovationen im Überblick zu behalten und umsetzen zu können
• Aus- und Weiterbildungsplan für die Mitarbeitenden mit Fokus auf digitale Kompetenzen und im Kontext einer langfristigen (Digitalisierungs-) Strategie erstellen
• Wissens- und Erfahrungsaustauch – Wie gehen andere Baubetriebe mit den gleichen Herausforderungen des digitalen Wandels um?

Projektdauer 10 Monate

Beteiligung von KMU 100 % KMU

Beschreibung des Innovationsgehaltes des Projektes
Umfassende Analyse über alle aktuell verwendeten digitalen Anwendungen in den Baubetrieben, sowie Analyse der Problemzonen im Bereich der Digitalisierung. Es gibt aktuell keine vergleichbaren Ergebnisse über den digitalen Reifegrad der KMU Baubetriebe.

Vorteile des Projektes für das Baugewerbe bzw. für die Bauwirtschaft
Durch die umfassende Digi-Analyse wird die Ist-Aufnahme zum digitalen Reifegrad – u.a. als Grundlage für weiterführende Ziele und Aufgaben der ZAB - geschaffen. Gleichzeitig wird ein direkter Nutzen für die Baumeisterbetriebe geschaffen, in dem grundlegende Fakten und Empfehlungen zur Digitalisierung in ihren Betrieben gegeben werden.

Die Ergebnisse unterstützen die ZAB, um die nächsten zielorientierten Maßnahmen zu definieren.

Wie ist die Verwertung der Projektergebnisse geplant
Kostenfreie Bereitstellung der Analyseergebnisse (Einzel- bzw. Gesamtergebnisse
- allen 45 Projektbeteiligten Baumeisterbetrieben
- allen Landesinnungen, bzw. der Bauwirtschaft
- der ZAB

Umsetzungszeitraum Juli 2021– März 2022

Förderung
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Projektpartner
- Kompetenzzentrum „Future Digital
- Dr. Kremsmair / Projektmanagement

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