HL-(N)ZEB / Heizlastberechnung für Niedrigstenergiegebäude

Projekt zur präziseren Heizlastberechnung bei Niedrigstenergiegebäuden abgeschlossen

Die Heizlastberechnung ist eine zentrale Grundlage für die Auslegung von Heizungsanlagen und Wärmeabgabesystemen. Bei modernen Niedrigstenergiegebäuden (NZEB) zeigt sich jedoch zunehmend, dass die nach den derzeitigen Normen berechnete Heizlast häufig deutlich über der tatsächlich benötigten Heizleistung liegt.

Im Forschungsprojekt HL-(N)ZEB wurden deshalb bestehende Heizlastberechnungen mit dynamischen Gebäudesimulationen, alternativen Berechnungsverfahren und realen Monitoringdaten verglichen. Ziel war es, die Aussagekraft der bestehenden Berechnungsmethoden zu bewerten und Ansätze für eine realitätsnähere Heizlastberechnung zu entwickeln.

Projektergebnisse

Im Projekt wurden 23 österreichische Einfamilienhäuser, die typische Niedrigstenergie-Neubauten repräsentieren, untersucht. Die Analysen zeigen, dass sowohl dynamische Gebäudesimulationen als auch alternative Berechnungsverfahren und reale Monitoringdaten bei den untersuchten Gebäuden deutlich geringere Heizleistungen ergeben als die derzeitigen normativen Heizlastberechnungen.

Grafik Testgebäude Auswertung

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Ergebnisse

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Norm-Heizlast vor allem als konservative Auslegungsgröße zu verstehen ist und das tatsächliche Betriebsverhalten moderner Niedrigstenergiegebäude nur eingeschränkt abbildet. Als wesentliche Einflussgrößen wurden insbesondere identifiziert:

  • die Norm-Außentemperatur,
  • Lüftungswärmeverluste,
  • solare und interne Wärmegewinne sowie
  • die thermische Speichermasse der Gebäude

Empfehlungen für die Weiterentwicklung

Auf Basis der Projektergebnisse wurden mehrere Vorschläge zur Weiterentwicklung der Heizlastberechnung erarbeitet. Dazu zählen insbesondere:

  • Anerkennung dynamischer Gebäudesimulationen als alternatives Nachweisverfahren,
  • stärkere Berücksichtigung solarer und interner Wärmegewinne,
  • Berücksichtigung von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung entsprechend dem Entwurf der ÖNORM EN 12831-1,
  • stärkere Einbeziehung der thermischen Speichermasse durch bauweiseabhängige Ansätze sowie
  • regelmäßige Aktualisierung der Norm-Außentemperaturen auf Basis aktueller Klimadaten.

Nutzen für die Praxis

Die Projektergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung einer praxisnäheren Heizlastberechnung für energieeffiziente Wohngebäude. Eine realitätsnähere Auslegung von Heizsystemen kann helfen,

  • Investitionskosten zu reduzieren,
  • Wärmepumpen effizienter zu betreiben,
  • die Lebensdauer der Anlagen zu erhöhen und
  • unnötige Überdimensionierungen zu vermeiden.

Die Ergebnisse werden in die laufende Normungsarbeit eingebracht und bilden eine fundierte Grundlage für die zukünftige Weiterentwicklung der Heizlastberechnung in Österreich.

Projektpartner

Förderung

Dieses Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert (www.ffg.at). 
Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft.