Dienstleistungszentrum Eichstätt
Der Landkreis Eichstätt hat auf einem Grundstück, wo bisher Werkstätten der Berufsschule standen, drei miteinander verbundene Gebäude errichten lassen. Sechs Abteilungen mit rund 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamts finden darin Platz. Der Neubau ist als dreigliedriger Baukörper mit leicht versetzten Volumen konzipiert, die über verglaste Verbindungsbauten mit integrierten Treppenhäusern miteinander verbunden sind.
2024
BGF: 1600 m2
Landkreis Eichstätt
Bodamer Faber Architekten
ARGE DLZ Eichstätt
Im Dienstleistungszentrum wird konsequent Recyclingbeton eingesetzt – weit über die derzeit gültige Norm hinaus. Die verwendete Produktvariante besteht zu 100 Prozent aus rezyklierter Gesteinskörnung aus Abbruchmaterial. Damit zählt das Gebäude zu den ersten öffentlichen Projekten in Bayern, bei denen RC-Beton in diesem Umfang zur Anwendung kommt. Die Herstellung des Recyclingbetons erfolgt unter strenger Qualitätskontrolle sowie wissenschaftlicher Begleitung durch die Hochschule München. Das Projekt ist Teil eines Forschungsprogramms, bei dem das Materialverhalten langfristig untersucht wird.
Neben dem RC-Beton kommen weitere kreislaufgerechte Materialien zum Einsatz, etwa Dämmstoffe aus recycelten Reststoffen sowie Bauteile mit erhöhtem Recyclinganteil, beispielsweise bei Aluminiumfenstern. Auch die Konstruktion folgt nachhaltigen Prinzipien einer ressourcenschonenden Massivbauweise.
Ergänzt wird das Konzept durch energieeffiziente Gebäudetechnik: Photovoltaikanlagen, Wärmerückgewinnung und ein Retentionsdach mit Begrünung tragen zur Reduktion des Energieverbrauchs und zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Das Gebäude erreicht damit nahezu den Standard eines Nullenergiegebäudes. Die Aufbereitung der Materialien erfolgt regional, wodurch Transportwege reduziert und lokale Stoffkreisläufe gestärkt werden.




