Moringa
In der Hamburger HafenCity entsteht am nördlichen Ufer des Baakenhafens das Wohnquartier Moringa. Der Komplex umfasst drei um einen begrünten Innenhof gruppierte Gebäude mit insgesamt rund 19.000 bis 22.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Das Projekt befindet sich aktuell in der Realisierungsphase; das Richtfest wurde im September 2025 gefeiert, die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 geplant.
2027
Nutzfläche (190 Mieteinheiten): 11.900 m²
Grundstücksfläche: 4.730 m²
Moringa GmbH (Landmarken AG)
Bollinger+Grohmann in Kooperation mit WTM Engineers (Tragwerksplanung)
Zirkularitätsberatung, Bauphysik, Energiedesign
Das Bauvorhaben ist konsequent nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip konzipiert. Mindestens 50 Prozent der Gebäude bestehen aus schadstofffreien, gesunden Materialien, die am Ende des Lebenszyklus sortenrein demontiert und recycelt werden können. Ein konkretes Beispiel für diese Bauweise ist die modulare Holzfassade: Die Baustoffschichten werden so konstruiert, dass sie zerstörungsfrei getrennt und innerhalb einer Holzkaskade weiterverwertet werden können. Erfasst und dokumentiert wird diese Kreislauffähigkeit durch einen sogenannten „Building Circularity Passport“. Durch diesen Urban-Mining-Ansatz fungieren die Gebäude als Materialbanken, die eine geschlossene Rohstoffkette ermöglichen und zukünftigen Abfall vermeiden. Ergänzt wird die bauliche Struktur durch eine extensive horizontale und vertikale Begrünung, die in ihrer Gesamtfläche das eigentliche Baugrundstück von 4.730 Quadratmetern übertrifft. Die bepflanzten Zonen dienen der Regenwasserretention, der Kühlung des lokalen Mikroklimas sowie der Bindung von Kohlenstoffdioxid und Feinstaub. Zudem sind die Dachflächen auf die Erzeugung erneuerbarer Energie ausgelegt.
Das Nutzungs- und Raumkonzept umfasst 190 Mieteinheiten, von denen ein Drittel dem öffentlich geförderten Wohnungsbau zuzurechnen ist. Darüber hinaus integrieren die Gebäude im Erd- und Untergeschoss eine Kindertagesstätte mit Außenbereich für 80 Kinder sowie Co-Working-Bereiche und Gastronomieflächen.
Text: ZAB | Quellen: Bollinger+Grohmann, EPEA GmbH, kadawittfeldarchitektur