Am Hirschfeld

Das Wiener Wohnbauprojekt „Am Hirschfeld“ demonstriert die Integration von energetischer Autarkie im geförderten Sektor. Im Fokus steht die thermische Bewirtschaftung der Konstruktion durch aktivierte Bauteile.

Fertigstellung

Frühjahr 2025

Fläche

Grundstücksfläche: 6.030 m²
Bebaute Fläche: 2.917 m²
Wohnnutzfläche: ca. 7.415 m²
Kindergartenfläche: 643 m²

Bauherrschaft

ÖSW AG

Generalunternehmung
Landschaftsarchitektur

Karin Standler Landschaftsarchitektur

© ZAB
© ZAB

Das Ensemble umfasst drei fünfgeschossige Baukörper, die sich in zwei Terrassenhäuser und ein Atriumhaus mit begrüntem Innenhof gliedern. Die Nutzung verteilt sich auf 110 Wohneinheiten, bestehend aus Smart-Wohnungen und geförderten Mietobjekten, sowie einen integrierten Kindergarten mit vier Gruppen. Das Projekt im 21. Wiener Gemeindebezirk verbindet dörfliche Freiraumqualitäten mit der Weite der im Norden angrenzenden Wald- und Wiesengebiete.

Angesichts urbaner Überhitzung setzt das Konzept auf die physikalische Speichermasse als Ersatz für komplexe mechanische Anlagen. Das Gebäude fungiert als aktives thermisches System, das den Energiebedarf im Betrieb minimiert und die Architektur direkt in die Klimaregulierung einbindet.

Die Tragstruktur aus ca. 8.800 m³ Stahlbeton dient als primärer thermischer Speicher. Die Bauteilaktivierung wird hier über ein System aus Erdsonden, Wärmepumpen und hauseigener Photovoltaik gespeist. Durch die Nutzung der thermischen Trägheit werden Lastspitzen effektiv gepuffert, was die mechanische Haustechnik auf ein Minimum reduziert.

Im Sinne der Circular Economy sind die Ressourcen in einem Materialpass dokumentiert. Dies sichert die stoffliche Trennbarkeit der Komponenten (z. B. Betonfertigteile für Balkone und Stiegen) und bildet die Grundlage für ein gezieltes Urban Mining am Ende des Lebenszyklus.