Bürogebäude enna
Das Bürogebäude enna an der Erdberger Lände im 3. Wiener Gemeindebezirk durchläuft eine umfassende Revitalisierung. Der Eigentümer modernisiert den Betonskelettbau aus den 1980er-Jahren, der zuvor von den ÖBB genutzt wurde, anstatt ihn abzureißen. Das Ziel ist ein lebendiges Work-Life-Building, das den Standort direkt am Donaukanal öffnet. Das Projekt befindet sich aktuell in der Endphase, die Fertigstellung ist für 2026 geplant. Der Baubeginn erfolgte 2022.
2026
22.000 m² Bürofläche
Art-Invest Real Estate
BauConsult Group
Landschaftsarchitektur: Green4Cities GmbH
HKLS & Elektrotechnik: Ringhofer & Partner ZT GmbH
Statik: Retter & Partner ZT GmbH
Visualisierungen / Renderings: beyond visual arts GmbH
angestrebte ÖGNI Gold-Zertifizierung
Das bauliche Konzept zielt primär auf den Erhalt der bestehenden Bausubstanz ab. Durch die Weiterverwendung der Beton-Tragstruktur sinken die Emissionen im Vergleich zu einem Neubau um rund 40 Prozent. Dies entspricht laut Lebenszyklusanalyse einer Einsparung von fast 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalent. Insgesamt bleiben 60 Prozent der ursprünglichen Baumaterialien im Projektkreislauf. Die bestehenden Aluminium-Fassadenplatten wurden demontiert, neu beschichtet und zusammen mit einer zusätzlichen Dämmung wieder montiert. Parallel erhielt das Gebäude eine thermische Sanierung und eine Photovoltaikanlage. Die Temperierung erfolgt über neue Deckenpaneele für Heizung und Kühlung, die direkt unter den sichtbaren Originalbetondecken befestigt und an das Fernwärmenetz angeschlossen wurden.
Neben der baulichen Sanierung richtet die Planung von Hohensinn Architektur die Funktion des Gebäudes neu aus und setzt auf Begegnung und Bewegung. Der ehemals kompakte und geschlossene Komplex wird gezielt aufgebrochen, um fließende und einladende Übergänge zur Nachbarschaft zu schaffen. Die 22.000 m² fassende Bürofläche teilt sich in flexible Mieteinheiten ab 300 m² auf. Zu den Nutzern zählt künftig auch das österreichische Umweltbundesamt. Drei begrünte Innenhöfe, fünf Dachterrassen und exklusive Freiflächen für jede Mieteinheit holen die Natur direkt an den Arbeitsplatz. Das Erdgeschoss verbindet das Gebäude mit dem Viertel und bietet Gastronomie, Sportbereiche, ein Auditorium sowie Co-Working-Zonen. Im Außenbereich setzen über 150 Fahrradstellplätze, ein Fußballplatz und eine Boule-Spielfläche dieses offene Konzept fort.
Das Gebäude befindet sich auf einem Areal, das im 19. Jahrhundert als Gaswerk betrieben wurde. Diese historische Vorbelastung des Baugrunds hat jedoch keine Auswirkungen auf den Erhalt der Bausubstanz. Für das Objekt wird eine ÖGNI Gold-Zertifizierung angestrebt.
Text: ZAB | Quellen: Art-Invest Real Estate, Hohensinn Architektur, Umweltbundesamt, Beton Dialog Österreich