Ärzte- und Bürogebäude F1c

An der Frühlingsstraße 1c im Zentrum von Abensberg steht seit Anfang 2024 das neu errichtete Gesundheits- und Bürogebäude F1c. Auf zwei Geschossen und insgesamt 700 m² Nutzfläche vereint der Massivholzbau eine Allgemeinarztpraxis, eine Physiotherapie sowie Büroflächen für Architektur und Holzbau. Das Bauvorhaben kombiniert leimfreie, ökologische Naturmaterialien mit einem autarken regenerativen Energiekonzept. Damit schafft das Projekt gesunde Arbeits- und Behandlungsräume, die sich sachlich und prägnant in das städtebauliche Umfeld einfügen.

Fertigstellung

2024

Nutzfläche

700 m²

Bauherrschaft

Familie Beis

Architektur & Planung
Bauunternehmung
ZAB
ZAB

Der Tragwerksaufbau basiert auf einem technisch weiterentwickelten Blockhausprinzip. Das zweigeschossige Gebäude wurde massiv aus rund 150 Bäumen errichtet, deren Holz im Baukörper etwa 200 Tonnen CO2 langfristig bindet. Wände und Decken aus Vollholz sind ohne Leim über trockene Buchenholzdübel formstabil miteinander verbunden. Durch den Verzicht auf synthetische Klebstoffe oder Folien bleibt die Konstruktion nach Ablauf der Nutzung sortenrein demontierbar und kreislauffähig.

In den Innenräumen blieben die Massivholzoberflächen unbehandelt, um schadstofffreie Räume für Mediziner und Patienten zu gewährleisten. Das verarbeitete Fichten- und Tannenholz stammt aus Bergwäldern oberhalb von 1.000 Metern und wurde ausschließlich im Winter geschlagen. Da im Winter geerntetes Holz kaum Nährstoffe oder Zucker enthält, ist es von Natur aus schädlingsresistent und benötigt keine chemischen Holzschutzmittel. Die Außenhaut kombiniert 17 cm Massivholz mit 20 cm Holzweichfaserplatten und einer Fassadenbeplankung aus sägerauer Weißtanne. Um eine fleckige Alterung zu verhindern, erhielten die Schalungsbretter werksseitig eine zweifache mineralische Vorvergrauungslasur.

Das Energie- und Klimakonzept kombiniert die thermische Speichermasse des Holzes mit einer patentierten Bauteilaktivierung. In den werkseitig vorgefertigten Massivholzdecken zirkuliert Wasser durch integrierte Rohrregister. Das System arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen unter 40 °C und nutzt primär langwellige Strahlungswärme statt Luftkonvektion, wodurch Staub- und Schadstoffverwirbelungen vermieden werden. Durch den hohen Selbstregeleffekt und die Eigenschaft von Holz, thermische Energie langfristig zu halten, bleiben die Raumtemperaturen konstant. Als primäre Energiequelle dient eine Sole-Wasser-Erdwärmepumpe mit einem Ringgrabenkollektor, der knapp zwei Meter tief unter den unbefestigten Stellplätzen verlegt ist. Im Sommer leitet das System kühles Wasser durch die Decken zur passiven Raumtemperierung, während im Winter Heizwärme eingespeist wird. Den Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach mit 45 kWp Leistung. Ein Wasserstoffspeicher mit 1.500 kWh Kapazität puffert den Sommerstrom für die Heizperiode, was die Heizkosten zwischen Oktober und Februar auf durchschnittlich etwa 5 Euro pro Tag senkt.

Text: ZAB | Quellen: Planungsbüro Simon Beis, Holz100 Bayern, KEIMfarben, alpha innotec