Köln Triangle

Das Hochhaus mit eindrucksvoller Fernsicht über Dom, Rhein und Altstadt bis zum Siebengebirge dokumentiert urban wie ökologisch einen komplexen Neuansatz.
1992 war der mit einer späteren Bauhöhe von 120 Metern konzipierte Vorentwurf Auslöser für erste Überlegungen zur städtebaulichen Aufwertung des rechtsrheinischen Stadtgebiets. In fast unmittelbarer Anbindung an den regionalen wie überregionalen Schienenverkehr bleibt der Bau trotz seiner – erst infolge der UNESCO-Diskussion reduzierten – Höhe von 103,20 Metern (54 Meter niedriger als der Dom auf der anderen Rheinseite) kein Solitär, sondern entwickelt sich aus der kleinteiligen Stadtstruktur – in diesem Fall einem von den Architekten für denselben Bauherrn vorab realisierten, geschwungenen Blockgeviert (1995/2002).

Bauherrschaft

Rheinische Versorgungskassen, Köln

Fertigstellung

2006

Architektur
Fachplanung

TGA: Köln und Brandi Ingenieure

Das Gebäude neben der bekannten Einsenbahnbrücke über dem Rhein. Der Glasturm wirkt wie angestrahlt durch die untergehende Sonne.
Jens Willebrand

Die für Events ausgestattete 600 Quadratmeter große gläserne Lobby bildet mit dem Innenhof den Eingang und das Foyer des Gebäudes. Restaurants, die Kantine, aber auch anmietbare Konferenz- und Eventflächen im 27. und 28. Obergeschoss stehen der Öffentlichkeit ebenfalls zur Verfügung. Alle Besucher können von der obersten öffentlichen Aussichtsplattform das Stadtpanorama genießen. Dank seiner ungewöhnlichen Reuleaux-Form mit drei konvex gebogenen Elementfassaden wird die energetische Zielsetzung dieses Hochhauses bereits im äußeren Erscheinungsbild deutlich. Der wankelförmige Grundriss entstand aus wind- und sonnenenergetischen Gesichtspunkten und ergibt in Verbindung mit dem runden Kern fließende Raumtiefen, die eine flexible Wahl zwischen Großraum-, Kombi- und Einzelbüros zulassen. Ein innovatives, dezentrales Technikkonzept macht den Energiehaushalt geschossweise flexibel. Die hinterlüftete Doppelfassade an der Südseite bietet optimalen Sonnenschutz. Die beiden Monofassaden nach Nordosten und Nordwesten reduzieren die Investitions- und Betriebskosten ohne Komforteinbußen. Eine thermische Grundkonditionierung mit Hilfe des Grundwassers und nach außen zu öffnende, bus-gesteuerte Fassadenklappen in den beiden Monofassaden sorgen für zusätzlichen Komfortgewinn.

Da die Temperatur des Grundwassers (zwischen elf und 14 Grad) für eine Entfeuchtung der Klimageräte in den einzelnen Büroetagen nicht ausreicht, wurden für diesen Zweck Kältemaschinen zwischengeschaltet, die allein der Erzeugung der dynamischen Kälteleistung dienen. Neben der thermischen Grundkonditionierung der deckenintegrierten Betonkerntemperierung, deren Rückkühlung und Erwärmung mit Wärmepumpen aus dem Grundwasser erfolgt, ist dadurch eine schnell wirkende Korrektur für jeden Raum möglich. Die Heiz- und Kühlelemente im Boden gewährleisten auch bei witterungsbedingt geschlossenen Fenstern den erforderlichen Luftwechsel. Die Abluft wird kanallos über Überstromelemente in den Systemtrennwänden in den Flur abgesaugt. Mit der Entscheidung für Technikstandorte auf jeder Etage und aufgrund des damit verbundenen Verzichts auf große, durchlaufende Schachtanlagen konnte die Flächenbilanz des Gebäudes wesentlich effizienter gestaltet werden:
Innerhalb der städtebaulich vorgegebenen Bauhöhe von 103,20 Metern wurden zwei zusätzliche Bürogeschosse gewonnen: ein Geschoss durch das eingesparte Technikgeschoss, ein weiteres durch das Einsparen von jeweils 20 Zentimetern Geschosshöhe pro Etage dank dezentraler Technikstandorte auch in Bezug auf die Grundrisse. Für die Raumkonditionierung erreicht das Gebäude einen Primärenergiebedarf von 45,62 kWh/m2a (Transmission: 25,96 kWh/m2a, Lüftung: 19,66 kWh/m2a).

(Text: SUPERGELB ARCHITEKTEN; in gekürzter Form)

Die rechte Hälfe des Bildes zeigt die Glasfassade des Turms. Links sieht man Den Köllnerdom in der Dämmerung, der beleuchtet ist, sowie den Rhein und den Fernsehturm.
Jens Willebrand
Der Glasturm ist zu sehen, wie er hinter einem anderen Gebäude aufsteigt. Sonne reflektiert in den Scheiben.
SUPERGELB ARCHITEKTEN
Der Turm im Eck des Gebäudekomplexes. Die Hälfte der Räume sind beleuchtet im Innern. Außen setzt die Dunkelheit ein.
SUPERGELB ARCHITEKTEN
Innenaufnahme eines Aufenthaltsraumes. Zwei Sofas sind zu sehen in rot und weiß. Kleiner Tisch dazwischen. Durch die Fenster sieht man den Dom und die Stadt.
Jens Willebrand