AVA Augsburg
In Augsburg entsteht der Erweiterungsbau für das Verwaltungsgebäude der AVA Abfallverwertung Augsburg KU in massiver Lehmbauweise. Das Projekt demonstriert den Einsatz von tragendem Lehmsteinmauerwerk im mehrgeschossigen Hochbau. Für die Umsetzung greift die Bauherrschaft auf ungebrannte Lehmhochlochziegel zurück, die eine ressourcenschonende Alternative zu herkömmlichen Massivbaustoffen darstellen.
AVA Abfallverwertung Augsburg KU
Tragwerksplanung: ZRS Architekten Ingenieure, Berlin
GIMA Girnghuber GmbH, ClayTec
Die Architekturwerkstatt 22 konzipierte den Bau mit Lehmhochlochziegeln der Druckfestigkeitsklasse 5. Diese erreichen eine Rohdichteklasse von 1,6 und werden ab einer Breite von 175 Millimetern tragend eingesetzt. Im AVA-Gebäude messen die tragenden Wände 360 Millimeter, die nichttragenden Wände 240 Millimeter. Da die Ziegel gängigen Standardformaten entsprechen, lassen sie sich mit einem Lehm-Dünnbettmörtel in ein bis zwei Millimetern Stärke verarbeiten. Die Fugen härten rein physikalisch durch Trocknung aus, wodurch das Mauerwerk später dauerhaft wasserlöslich bleibt. Um die Bauteile vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen, bilden klassisch gebrannte Ziegel die unterste Kimmschicht auf der Bodenplatte. Ein mechanisch befestigtes, diffusionsoffenes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aus Holzwolle und Holzweichfaser schließt die Fassade nach außen ab. Durch den Verzicht auf Verklebungen im Wandaufbau können alle Lehmbaukomponenten am Ende des Lebenszyklus sortenrein getrennt und ohne Qualitätsverlust in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.
Für den oberen Anschluss an die Holzdecken konstruierten die Planer eine Lösung aus einer gebrannten Ziegel-U-Schale sowie definierten Mörtel-Ausgleichsschichten, welche eventuelle Verformungen und Setzungen der Holzdeckenkonstruktion schadlos aufnimmt.
Text: ZAB | Quelle: GIMA Girnghuber GmbH



