Siemensstadt square

Auf einem 76 Hektar großen Industrieareal im Westen Berlins entwickelt die Siemens AG den Siemensstadt Square. Das Quartier kombiniert mit einem Gesamtbudget von 4,5 Milliarden Euro Wohnraum und Arbeitsplätze für rund 40.000 Menschen mit Forschungs-, Industrie- und Gewerbeflächen. Nach dem offiziellen Spatenstich 2024 laufen derzeit die Rückbau- und Vorbereitungsarbeiten für die ersten Neubauten.
 

Fertigstellung

2035

Fläche

Über 1.000.000 m²

Bauherrschaft

Siemens AG (Siemens Real Estate)

Architektur
Sonstige Projektbeteiligte

Wienerberger
GETEC
Berliner Wasserbetriebe

ZAB
ZAB

Der Masterplan sieht mehr als eine Million Quadratmeter Geschossfläche vor, auf denen unter anderem 3.750 Wohnungen entstehen. Beim Rückbau bestehender Strukturen, wie etwa dem Pförtnerhaus am Rohrdamm, setzt das Projektteam auf Urban Mining. Anstatt den anfallenden Ziegelbruch als Füllmaterial im Straßenbau downzucyceln, bergen die Arbeiter die historischen Strangpress-Klinker manuell aus den Fassaden. In der aktuellen Bauphase konnten so bereits rund 50.000 Steine gesichert werden. Die Ziegel durchlaufen Materialprüfungen auf Druckfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit und Frostbeständigkeit. Anschließend fließen sie als vollwertige Bauteile in geplante Neubauten, wie das zukünftige Atriumgebäude am Eingangsplatz, zurück. Dieser Kreislaufansatz erhält die graue Energie der Bestandsmaterialien und verhindert zusätzliche CO2-Emissionen durch Neuproduktion. Zur künftigen Energieversorgung baut das Projektkonsortium zudem seit Oktober 2025 einen großflächigen Abwasserwärmetauscher in die Infrastruktur ein.

Durch die händische Ziegelbergung reduzierte sich das anfallende Schuttvolumen beim Rückbau einer einzigen Lagerhalle im Eingangsbereich von mehreren üblichen Abfallcontainern auf kaum einen halben Container.

Text: ZAB | Quellen: Siemens AG, Berlin.de, Wienerberger, GETEC, Berliner Wasserbetriebe