Vom Spannbeton zu Carbonbeton - Sanierung Hyperschale Magdeburg

Magdeburg. Die Hyparschale, 1969 von Bauingenieur Ulrich Müther entworfen, ist das größte erhaltene Schalendach seiner Art und ein Schlüsselwerk der DDR-Bauingenieurskunst. Nach zwei Jahrzehnten Leerstand wurde das denkmalgeschützte Bauwerk durch gmp – Gerkan, Marg und Partner umfassend saniert und 2024 wieder nutzbar gemacht.

Fertigstellung

2024

BGF

3.948 m²

Bauherrschaft

Stadt Magdeburg

Planung

Ulrich Müther (1969)

Carbonbeton
Betonmenge Carbonbeton Dach

Vier Betonschalen umfassen 92 m³

Projektbeteiligte

Tragwerk & Brandschutz: Prof. Rühle, Jentzsch & Partner, Dresden
TGA Haupt Ingenieurgesellschaft, Leipzig; Ingenieurbüro Elektrotechnik Dipl.Ing. Andreas Kist, Burg
Lichtplanung: Lichtvision Design, Berlin
Akustik: ADA Acoustics & Media Consultants, Berlin
Leitsystem: Mo­ni­teurs GmbH Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign, Berlin
Straßen-, Tiefbau- und Abwassertechnik: IKM Ingenieurkontor Magdeburg
Bauphysik: Ingenieurbüro Kriegenburg, Magdeburg; ITG Energieinstitut GmbH, Magdeburg
 

© Marcus Bredt
© Marcus Bredt

Im Zentrum der Sanierung stand der Erhalt der vorhandenen Spannbetonkonstruktion. Anstatt die Dachschalen zu ersetzen, wurden die nur sieben Zentimeter dünnen Betonflächen millimetergenau abgeschliffen und mit Carbonbeton verstärkt. Dafür entfernte man lediglich zwei Zentimeter Material an Ober- und Unterseite und ersetzte diese durch neue Carbonbetonschichten – ein minimalinvasiver Eingriff, der die ursprüngliche Konstruktion bewahrte und ihre Tragfähigkeit dauerhaft erhöhte.

Auf diese Weise ließ sich der Materialeinsatz deutlich reduzieren, während die bestehende Struktur im Kreislauf erhalten blieb. Abbruch und Neubau konnten vermieden werden, und durch den gezielten Einsatz eines hochleistungsfähigen Materials wurde die Lebensdauer des Bestands wesentlich verlängert sowie die graue Energie der historischen Konstruktion gesichert.

Durch die Verbindung von Bestandserhalt und innovativer Materialtechnologie wurde das Bauwerk aus der DDR-zukunftsfähig gemacht. Die Sanierung der Hyperschale zeigt, dass selbst komplexe und stark geschädigte Betontragwerke durch präzise Eingriffe ressourcenschonend ertüchtigt werden können.

Originaltext © Z+B, modifiziert

© Marcus Bredt
© Marcus Bredt
© Marcus Bredt
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