Rotkreuz-Bezirksstelle Korneuburg

Die Rotkreuz-Bezirksstelle Korneuburg sichert die Notfallversorgung von 20 Gemeinden – und nutzt ihr eigenes Bauwerk als thermischen Energiespeicher. Nach der Vorplanung im Jahr 2017 starteten die Bauarbeiten im Juli 2018 und mündeten im Juni 2021 in der Gesamtübergabe des Areals. Abbruch und Neubau vollzogen sich schrittweise in zwei Etappen auf beengter Fläche, während der Rettungs- und Krankentransportbetrieb rund um die Uhr aufrechtblieb.

Fertigstellung

2021

BGF gesamt

4.902 m²

Bauherrschaft

Österreichisches Rotes Kreuz Niederösterreich / Rotkreuz-Bezirksstelle Korneuburg

Architektur & Planung
Konzeption HSLK & Bauteilaktivierung
Fachplanung & Ausführung

Tragwerksplanung: DI Helmut Wiklicky ZT GmbH
Bauphysik: IB Zauner
Elektroplanung: FG-Consult
Gebäude- und Regeltechnik: GRT
HKLS-Ausführung: Pöttinger Installations GmbH

 

ZAB
ZAB

Gebäude & Nutzung
Der Komplex gliedert sich in ein dreigeschoßiges Verwaltungsgebäude mit 3.470 m² Bruttogeschoßfläche sowie funktionale Nebengebäude. Dazu gehören eine Einsatzfahrzeughalle mit 522 m² BGF, eine Einstellhalle mit 500 m² BGF, eine Waschhalle mit 150 m² BGF sowie weitere Lagerhallen mit 360 m² BGF. Die beheizte Bruttogeschoßfläche des Verwaltungsflügels beträgt 2.866 m² BGF.

Bauteilaktivierung
Konstruktiv nutzt das Bauwerk die thermische Bauteilaktivierung in Massivbauweise. Das von FIN – Kuster Energielösungen GmbH konzipierte System integriert Rohrleitungen direkt in die massiven Betondecken und -wände. Beton dient hierbei als thermischer Speicher, der Wärme oder Kälte aufnimmt und gleichmäßig an die Räume abgibt, um Lastspitzen abzufangen. Als Energiequellen dienen eine 101 m² große Solarthermieanlage, eine Photovoltaikanlage mit 30 kWp beziehungsweise 32,4 kWp, eine Grundwasser-Wärmepumpe mit 16,4 kW elektrischer und 60 kW thermischer Leistung sowie eine Adsorptionskältemaschine mit 40 kW Kälteleistung für sommerliche Kühlspitzen.

Die Hydraulik verteilt die Energie über eine Drei-Pufferspeicher-Struktur, die je nach Temperaturniveau Brauchwasser, Lüftung oder Bauteilaktivierung speist. Ein Monitoringsystem mit rund 300 Messfühlern erfasst alle drei Minuten Betriebsdaten zur kontinuierlichen Einregulierung. Über zwei Betriebsjahre optimierte das Team die Steuerung und schaltete die Bauteilaktivierung in den Übergangszeiten ab, da solare Gewinne ausreichten. Dadurch sanken die jährlichen HKLS-Stromkosten von 6.000 Euro für ein halbes Betriebsjahr 2020 auf 3.569 Euro im Gesamtjahr 2024. Dies entspricht Energiekosten von etwa einem Euro pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr.

Ein spezifisches betriebliches Detail bildet die San-Arena im Erdgeschoß: In drei Schulungsräumen mit Glaseinblick sowie einem vierten Raum mit einem Fahrzeugwrack trainieren Einsatzkräfte die Rettung von Personen unter realistischen, beengten Raum- und Lärmbedingungen.

Text: ZAB | Quellen: Hoffmann-Janz ZT GmbH, FIN – Kuster Energielösungen GmbH, Rotes Kreuz Korneuburg, Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)