European Handball House

Das European Handball House ist der neue Hauptsitz der Europäischen Handballföderation (EHF) und Teil des Stadtentwicklungsgebiets Stadtquartier@WienArena im Wiener Stadtteil St. Marx. Der Neubau wurde als Büro- und Verwaltungsgebäude der EHF konzipiert und bietet Arbeitsplätze für Mitarbeiter*innen aus über 25 Ländern. Ergänzt wird das Raumprogramm durch Besprechungsräume, einen rund 250 m² großen Veranstaltungssaal sowie gemeinschaftlich genutzte Aufenthaltsbereiche.

Fertigstellung

2021

Nutzfläche

5.600 m²

Bauherrschaft

European Handball Federation

Generalunternehmer
Projektentwicklung

Raiffeisen Property International GmbH

Fachplanung

Tragwerksplanung, Gebäudetechnik, Bauphysik, ÖBA, Brandschutz: Vasko+Partner GmbH
Haustechnik: Böhm Stadtbaumeister & Gebäudetechnik GmbH
Landschaftsplanung: SI landschaftsarchitektur ZT

Betonlieferant

Transportbeton GmbH & Co KG

Betonmenge

5.600 m³

© ZAB
© ZAB

Der Bau ist in Stahlbeton-Massivbauweise ausgeführt und umfasst eine Nutzfläche von rund 5.600 m². Sichtbetonflächen prägen sowohl die Fassadengestaltung als auch die Innenräume und übernehmen konstruktive wie gestalterische Funktionen. Die klare Gebäudestruktur ermöglicht flexible Bürogrundrisse und eine gute natürliche Belichtung der Arbeitsbereiche. Begrünte Terrassen erweitern die Nutzflächen nach außen und schaffen zusätzliche Aufenthaltsqualitäten.

Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts liegt auf einem energieeffizienten und nachhaltigen Gebäudekonzept. Die Energieversorgung erfolgt ohne fossile Brennstoffe. Auf den Dachflächen ist eine Photovoltaikanlage mit rund 240 m² Modulfläche installiert, die einen Teil des Strombedarfs des Gebäudes deckt. Für die Wärme- und Kälteerzeugung kommt eine Grundwasser-Wärmepumpe zum Einsatz.

Die Verteilung von Heiz- und Kühlenergie erfolgt über thermische Bauteilaktivierung der massiven Stahlbetondecken. Dabei werden die Betonbauteile als thermische Speichermasse genutzt, wodurch das System mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden kann. Dies reduziert den Energiebedarf im Betrieb und sorgt gleichzeitig für eine gleichmäßige Raumtemperierung und hohen thermischen Komfort.

Zusätzlich ist das Gebäude mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, die die Lüftungswärmeverluste minimiert und zur Energieeffizienz beiträgt. Der Einsatz emissionsarmer Baustoffe unterstützt eine gute Innenraumluftqualität. Begrünte Dachflächen und gärtnerisch gestaltete Außenbereiche verbessern das Mikroklima im Umfeld des Gebäudes.

Das European Handball House erreichte bei der klimaaktiv-Gebäudezertifizierung 957 von 1.000 Punkten und gilt als beispielhaftes Projekt für die Verbindung von moderner Büroarchitektur, massiver Bauweise und innovativer, ressourcenschonender Gebäudetechnik.