Omega Haus Revitalisierung
Das 1994 errichtete Omega Haus in Offenbach erfüllt nach seiner umfassenden Revitalisierung den energetischen EGB-55-Standard. Bei dem Umbau blieben die rund 51.570 Quadratmeter oberirdische Gebäudefläche sowie die massive Tragstruktur erhalten. Auf Basis des ressourcenschonenden Bestandserhalts, der modernen Gebäudetechnik sowie der neuen Campus- und Mobilitätskonzepte wird für das Projekt eine LEED-Gold-Zertifizierung angestrebt.
Bezug ab 2025
ca. 51.570 m²
Oaktree Capital Management
Novotny Mähner Assoziierte (ATP Frankfurt)
Jana Wilfert
Moritz Feid (Experte Kreislaufwirtschaft Glas)
Saint-Gobain Glass
Josef Herold
Neben der Gebäudehülle wurde die gesamte Haustechnik erneuert. Anstelle der vormals rein manuellen Fensterlüftung sorgt nun eine mechanische Be- und Entlüftung für den Luftwechsel, während flächendeckende Kühldecken die Temperierung der Büros übernehmen. Um das Gebäude an aktuelle ESG-Kriterien anzupassen, bietet das Erdgeschoss ein Campus-Konzept mit Kindertagesstätte, Konferenzzentrum, Fitnessstudio und Gastronomie. Die Mobilitätsinfrastruktur umfasst zudem 820 Fahrradstellplätze sowie E-Ladestationen in der hauseigenen Tiefgarage.
Ein zentraler Baustein der zirkulären Sanierung ist die Fassade. Rund 5.000 Fensterflügel wurden ausgetauscht, wobei die intakten Blendrahmen im Bestand verblieben. Die alten Flügel wurden vor Ort sortenrein demontiert und ohne Downcycling in ihre jeweiligen Industrien zurückgeführt. Aus dem Alt-Aluminium entstanden neue Profile mit mindestens 75 Prozent End-of-Life-Material, was den Fußabdruck auf 1,9 Kilogramm CO₂ pro Kilogramm senkt. Das Altglas dient zu 64 Prozent als Rohstoff für neues, CO₂-reduziertes Flachglas. Die EPDM-Gummidichtungen wurden devulkanisiert und zu neuen Dichtungen verarbeitet, wodurch sich deren CO₂-Emissionen um 47 Prozent verringern.
Um beim Einbau der neuen Fensterflügel auf die bestehenden Rahmenkonstruktionen vorhandene Bautoleranzen exakt ausgleichen zu können, kam ein projektspezifischer Adapterrahmen zum Einsatz. Mit diesem System ließen sich auf der Baustelle wöchentlich bis zu 150 Fenster erneuern und ein U-Wert von unter 0,99 W/m²K erreichen.
Text: ZAB | Quellen: Oaktree Capital Management, BauSmart Consult, Lefair Development, Büro WGA ZT GmbH, Heidenbauer, Wicona, Saint-Gobain Glass, Semperit